Vergütungsvereinbarung

In unserer Kanzlei rechnen wir Tätigkeiten, für die in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) keine oder keine kostendeckenden Gebühren vorgesehen sind, mit Zeitgebührensätzen ab. Damit von Anfang an auf beiden Seiten Klarheit über unsere Leistungsvergütung besteht, vereinbaren wir diese nach Ziffer 3 Absatz 2 unserer allgemeinen Auftragsbedingungen mit unseren Auftraggebern gesondert und in Textform bevor wir mit der Arbeit beginnen.

1. Zeitgebührensätze

1.1.Es gelten folgende Zeitgebührensätze:
FachqualifikationStundensatzTagessatz
1.1.1.Fachberater (A)230,00 €1.800 €
1.1.2.Steuerberater (B)190,00 €1.500 €
1.1.3.Qualifizierter Sachbearbeiter (C)140,00 €1.100 €
1.1.4.Kaufmännischer Sachbearbeiter (D)100,00 €780 €
1.1.5.Einfache Bürotätigkeiten (E)70,00 €550 €
1.2.Diese Tätigkeiten setzen beispielhaft die folgende Fachqualifikationen voraus:
Fachqualifikation A
  • Fachberatung Restrukturierung/Sanierung
  • Fachberatung Unternehmensplanung
  • Fachberatung Rechtsformwechsel
  • Fachberatung Unternehmenswertentwicklung
  • Fachberatung Unternehmensnachfolge
  • Fachberatung Vermögenssorge
  • Fachberatung Testamentsvollstreckung
Fachqualifikation B
  • Steuerberatung & Jahresabschlusserstellung
  • Rechtschutz & Vertretung im gerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren
  • Steuerberatung & Vertretung im Falle einer Außenprüfung
  • Steuerberatung & Selbstanzeige
  • Steuerberatung & Gutachtenerstellung
  • Steuerberatung & Digitalisierungsstrategie
  • Steuerberatung & Tax Compliance Management System
Fachqualifikation C
  • Sachbearbeitung Jahresabschlussvorbereitung
  • Sachbearbeitung private & betriebliche Steuererklärung
  • Sachbearbeitung Antrags- & Änderungswesen incl. Vertretung im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren
  • Beratung von Existenzgründern, Selbständigen, Freiberuflern & kleinen Unternehmern
  • Implementierung GoBD-konforme Beleg- & Buchführungsorganisation incl. internes Kontrollsystem
  • Implementierung Verfahrensdokumentation
  • Vorbereitung & Begleitung Außenprüfung durch Finanzamt
Fachqualifikation D
  • Sachbearbeitung Buchführung, Belegkontrolle & Kontenklärung
  • Sachbearbeitung Lohn- & Gehaltsabrechnung
  • Sachbearbeitung einfaches Antrags- & Bescheinigungswesen
  • Sachbearbeitung private Steuererklärungen für Arbeitnehmer, private Vermieter & Kapitalanleger & Rentner
  • Sachbearbeitung betriebliche Steuererklärungen für nebenberuflich tätige Selbständige & Kleinunternehmer
  • Sachbearbeitung Antrags- und Änderungswesen incl. einfache
    Vertretung im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren
  • Vorbereitung & Begleitung Betriebsprüfung durch SV-Träger

Fachqualifikation E
  • Einscannen von Papierbelegen & Belegvorerfassung
  • Sortierarbeiten & sonstige Buchführungsvorarbeiten
  • Kopier- & Vervielfältigungsarbeiten
  • Einfache Büro- & Schreibtätigkeiten
  • Inventurbegleitung & Bestandsermittlung
  • Saldenabstimmungsarbeiten
  • Mahn- & Zahlungsverkehr

2. Vergütungsvereinbarung

2.1.Grundsätzlich gilt die Steuerberatergebührenverordnung (StBVV). Hiervon abweichend vereinbaren der Auftragnehmer MW und der Auftraggeber in einer gesonderten Vereinbarung nach § 4 Abs. 1 StBVV bzw. § 45 StBVV i.V.m. § 3a Abs. 1 RVG die unter Ziffer 1 genannten Zeitgebührensätze.
2.2.Dem Auftraggeber ist bekannt, dass die vereinbarten Zeitgebührensätze nach Ziffer 1 die gesetzlichen Gebühren nach StBVV möglicherweise übersteigen.
2.3.Als Mindestgebühr werden – unabhängig von dem tatsächlich angefallenen Zeitaufwand – die gesetzlichen Gebühren nach dem Gegenstandswert der StBVV bzw. RVG geschuldet.
2.4.
Beide Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass die Zeitgebührensätze nach Ziffer 1 in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung, der Verantwortung und dem Haftungsrisiko des Auftragnehmers MW stehen und insoweit als übliche Vergütung nach § 612 Absatz 2 und § 632 Absatz 2 BGB anzusehen sind.
2.5.Die Abrechnung erfolgt in Intervallen von einer Viertelstunde, wobei die jeweils letzte angebrochene Viertelstunde als volle Viertelstunde gerechnet wird.
2.6.Der Vergütungsvereinbarung liegt im Allgemeinen ein Dauerschuldverhältnis zu Grunde. Deshalb bleibt dem Auftragnehmer eine angemessene Erhöhung der Zeitgebührensätze vorbehalten. Eine beabsichtigte Erhöhung ist dem Auftraggeber in Textform mitzuteilen und gilt mit Ablauf des dritten Monats nach Erhalt der Mitteilung als vereinbart. Auf diese Rechtsfolge wird der Auftragnehmer den Auftraggeber in dem Erhöhungsverlangen nochmals ausdrücklich hinweisen.

3. Anwendungsbereich

3.1.Für folgende Aufgaben ist nach StBVV die Zeitgebühr vorgesehen:
3.1.1.Wenn eine ausdrückliche Regelung für die Berechnung der Zeitgebühr in der StBVV vorgesehen ist.
3.1.2.Wenn keine genügenden Anhaltspunkte für eine Schätzung des Gegenstandswertes vorliegen. Ausgeschlossen ist die Berechnung der Zeitgebühr immer in den Fällen der §§ 23, 40, 44, 45 und 46 StBVV. Wer in diesen Fällen nach Zeitaufwand abrechnen möchte, muss eine Vergütungsvereinbarung mit dem Mandanten treffen.
3.2.Insofern also § 23 StBVV für die Erledigung von sonstigen Einzeltätigkeiten und Angelegenheiten im Verwaltungsverfahren eine Rahmengebühr vorsieht, erklärt sich der Auftraggeber damit einverstanden, dass der Auftragnehmer eine Zeitgebühr nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe dieser Vergütungsvereinbarung zum Ansatz bringt.
3.3.Die StBVV sieht Rahmengebühren für die Vertretung im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren (§ 40 StBVV) sowie im Verwaltungsvollstreckungsverfahren (§ 44 StBVV) vor. Hiervon abweichend erklärt sich der Auftraggeber damit einverstanden, dass der Auftragnehmer eine Zeitgebühr nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe C dieser Vergütungsvereinbarung zum Ansatz bringt.
3.4.Die StBVV sieht außerdem Rahmengebühren für die Vertretung in gerichtlichen und anderen Verfahren (§ 45 StBVV) sowie für die Vergütung im Prozesskostenverfahren (§ 46 StBVV) vor. Hiervon abweichend erklärt sich der Auftraggeber damit einverstanden, dass der Auftragnehmer eine Zeitgebühr nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe B dieser Vergütungsvereinbarung neben der Erstattung anfallender Gerichtsgebühren und Auslagen zum Ansatz bringt.
3.5.Für andere vereinbare Tätigkeit nach § 57 Abs. 3 Nr. 2 und 3 StBerG gelten die vereinbarten Zeitgebührensätze nach Ziffer 1 Absatz 1 Buchstabe Bdieser Vergütungsvereinbarung als übliche Vergütung nach § 612 Absatz 2 und § 632 Absatz 2 BGB.
3.6.Der Auftraggeber erklärt sich damit einverstanden, dass der Auftragnehmer MW für Tätigkeiten im Bereich der qualifizierten Unternehmensberatung (Fachqualifikation A) eine Zeitgebühr nach Ziffer 1
Buchstabe A dieser Vergütungsvereinbarung neben der Erstattung anfallender Gebühren und Auslagen zum Ansatz bringt.

4. Zahlungsweise, Anerkenntnis

4.1. Der Auftraggeber zahlt die vereinbarte Vergütung nach Erhalt der in § 9 StBVV vorgesehenen Berechnung.
4.2.Der Auftragnehmer rechnet monatlich/turnusmäßig ab und fügt der Berechnung eine Leistungsübersicht über die abgerechneten Stunden bei.
4.3.Wiederspricht der Auftraggeber dieser Leistungsübersicht nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt der Berechnung, gelten die abgerechneten Stunden als anerkannt

5. Erstattungsfähigkeit

5.1.Der Auftraggeber hat für den Fall, dass die Gebühren und der Auslagenersatz von einem Dritten (also z.B. der gegnerischen Partei oder der Staatskasse) zu ersetzen sind (z.B. bei Obsiegen in einem finanzgerichtlichen Verfahren), einen Erstattungsanspruch nur in Höhe der gesetzlichen Gebühren und des gesetzlichen Auslagenersatzes, § 3a Abs. 1 Satz 2 RVG.

6. Nebenkosten

6.1.Der Auftraggeber erstattet dem Auftragnehmer MW folgende im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit anfallenden erforderlichen Aufwendungen für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen, Schreibauslagen und Geschäftsreisen. Der Auslagenersatz beträgt im Einzelnen:
6.1.1.Für Post- und Telekommunikationskosten 20% der Honorarsumme, mindestens 10 Euro, höchstens 20 Euro.
6.1.2.Für die Anfertigung von mehr als 3 Berichten / Gutachten u.ä. wird für jede mehr erstellte Seite ein Betrag von 50 Cent fällig.
6.1.3.Geschäftsreisen:
6.1.3.1.Als Fahrtkosten sind zu erstatten die Fahrtkosten 1. Klasse bei der Bahn, der Businessclass beim Flugzeug und bei der Benutzung eines KFZ Kilometergelder in Höhe von 60 Cent pro gefahrenen Kilometer oder nach Vorlage der Rechnung die Kosten für ein Taxi oder Mietfahrzeug.
6.1.3.2.Verpflegungsmehraufwand bei einer Geschäftsreise, die insgesamt mehr als 6 Stunden dauert, 20 Euro, die insgesamt mehr als 12 Stunden dauert, 40 Euro.
6.1.3.3.Die Übernachtungskosten sind in der Höhe der tatsächlichen (angemessenen) Aufwendungen zu erstatten.
6.1.3.4. Für sonstige Auslagen hat der Auftragnehmer Anspruch auf Erstattung der im Auftrag des Auftraggebers verauslagten Kosten.
6.1.3.5.Bei Reisen zur Erfüllung des Beratungsumfanges wird auch die Reisezeit mit den hälftigen Zeitgebührensätzen nach Ziffer 1 der Vergütungsvereinbarung in Rechnung gestellt.
6.2. Dem Auftraggeber ist bekannt, dass die Nebenkosten die gesetzlichen Nebenkosten nach der StBVV teilweise übersteigen können.

7. Umsatzsteuer

7.1.Sämtliche Positionen verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer